Sanktionen und Reputationseffekte

Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz - LkSG

Sanktionen

Das Gesetz sieht Bußgelder (siehe Kontrolle und Haftung) vor, wenn Unternehmen ordnungswidrig (vorsätzlich oder fahrlässig) bestimmte Pflichten verletzen.

Dazu zählen etwa
  • Risikoanalyse nicht durchgeführt oder nicht vollständig
  • Abhilfemaßnahmen nicht oder nicht rechtzeitig ergriffen
  • Dokumentation nicht erfolgt.

Zudem können Unternehmen für bis zu drei Jahre von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden, wenn ein Bußgeld von einer bestimmten Mindesthöhe (Schwellenstufe je nach Schwere des Verstoßes: 175.000 bzw. 1.500.000, 2.000.000 EUR oder 0,35 % des Jahresumsatzes) verhängt wurde.

Das LkSG setzt im Übrigen

  • auf eine Kombination aus behördlicher Kontrolle und Durchsetzung (§§ 12 – 21) seitens des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle,
  • Zwangsgeld (§ 23),
  • Bußgeldvorschriften (§ 24) und
  • Ausschluss von Vergabeverfahren bei rechtskräftig festgestellten Verstößen gegen Bußgeldvorschriften und Bußgeldern über bestimmten Schwellenwerten (§ 22).

Diese Maßnahmen, die kumulativ angewandt werden können, können zu empfindlichen Einbußen führen Beispielsweise kann bei einem Unternehmen mit mehr als 400 Mio. Euro Jahresumsatz das nicht oder nicht rechtzeitige Ergreifen von Abhilfemaßnahmen mit einer Geldbuße von bis zu 2 Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden (§ 24 Abs. 3), ab 0,35 Prozent kann zusätzlich ein Ausschluss von Vergabeverfahren verfügt werden (§ 22 Abs. 2 Ziff. 3).

Reputationseffekte

Das LkSG stellt Unternehmen hinsichtlich der Transparenz ihrer Lieferketten vor verschiedene Herausforderungen. Gründe für fehlende Transparenz sind unter anderem der enorme Aufwand, mangelndes Know-how zur Umsetzung sowie fehlende Technologien. Dazu kommt sicherlich auch die mangelnde Bereitschaft von Lieferanten, Sichtbarkeit in ihre Lieferkette zu geben.

Für die vom LkSG betroffenen Unternehmen besteht neben den neuen Bußgeldtatbeständen auch ein erhebliches Reputationsrisiko, wenn die Verpflichtungen des LkSG nicht oder nicht ausreichend umgesetzt und Prozesse transparent gemacht werden.

Gerade weil Lieferketten stets komplexer werden, gewinnt Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg zunehmend an Bedeutung – und dies nicht allein aufgrund neuer Gesetze. Ein wichtiger Faktor ist auch die zunehmend hohe Erwartung vieler Konsumenten an eine ökonomische, soziale sowie ökologische Lieferkette. 58% der Konsument:innen etwa zögern beim Kauf, wenn sie Unternehmen als nicht nachhaltig wahrnehmen. 

Gestiegen ist in den vergangenen Jahren auch das Marken- und Reputationsrisiko, insbesondere durch die wachsende Bedeutung der sozialen Medien und der damit einhergehenden weltweiten Verbreitung von negativen Nachrichten in Echtzeit.

Der zivilgesellschaftliche Druck auf Unternehmen, ihrer sozialen Verantwortung und den Erwartungen der Gesellschaft an die Wirtschaft nachzukommen und diese konkret umzusetzen, steigt kontinuierlich und schlägt sich in verstärkt öffentlich sichtbaren Initiativen hinsichtlich Mäzenatentum, Philanthropie oder Charity nieder.


Welche Prozesse existieren bereits und wie ist das Thema Menschenrechte in Unternehmen verankert?

Wie reagiert ein Unternehmen auf das neue Gesetz?

Compliance mit dem Lieferkettengesetz, also wie ernst Unternehmen ihre Sorgfaltspflichten nehmen oder ob sie diese vernachlässigen, wie auch ob sie sich an Nachhaltigkeitskriterien halten und ihrer Corporate Social Responsibility (CSR) nachkommen, wird für Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor – und haben ethische Fragestellungen aus einer Nische heraus ins Rampenlicht der Öffentlichkeit katapultiert.

Dadurch kann ein Reputationsverlust im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung des Lieferkettengesetzes oder der zu laxen Handhabung der Sorgfaltspflichten nicht nur zu einem Verlust an Glaubwürdigkeit führen, sondern zu einer Vielzahl anderer Effekte. Dazu gehören zum Beispiel der Verlust von Kunden oder Investoren und Probleme bei der Rekrutierung von Nachwuchs- und Führungspersonal.

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