Für welche Abteilungen ist das LkSG relevant,
wo findet es Anwendung?

Wie kann Ihr Unternehemn das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz - LkSG umsetzen.

Um das Lieferkettengesetz im Unternehmen richtig umzusetzen, muss es in der Organisation, den Prozessen und der Technologie eines Unternehmens verankert werden. Hierbei ist die Expertise vieler Abteilungen gefragt.

Der Einkaufsabteilung kommt mit den strategischen Einkäufern, Lieferantenbewertern und -managern jedoch eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung des Lieferkettengesetzes zu.

Die ersten Schritte hin zur Umsetzung des LkSG: Round Table und Task Force

Idealerweise bilden Unternehmen eine „Task Force LkSG“ oder einen „Roundtable Lieferkettengesetz“ mit den Kollegen aus Compliance, Recht, Supply Chain Management (SCM), Logistik, Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltigkeit - und der Geschäftsführung. Alle genannten Wissensträger/Experten sollten vertreten sein und deren Kernkompetenzen gebündelt werden. So können diese sich umfassend informieren und entsprechend fundierte richtige Entscheidungen treffen zu können.
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Der „Roundtable LkSG“ benötigt unbedingt ein Budget und auch genügend Köpfe und Zeit, um die geforderten Maßnahmen durchführen zu können.

Unternehmen könnten zum Beispiel folgenden Umsetzungsschritte folgen:

  • „Roundtable Lieferkettengesetz“ einrichten

  • Verantwortlichkeiten/Überwachungsmaßnahmen schriftlich dokumentieren

  • finanzielle und personelle Ressourcen bereitstellen (!) für eine angemessene Überwachung der Lieferkette

  • das LkSG empfiehlt es, einen Menschenrechtsbeauftragten zu benennen, der unmittelbar der Geschäftsleitung unterstellt ist

Umsetzung bei Lieferanten

Bei Lieferanten sollte das LkSG schon mit dem Onboarding neuer Lieferanten und einer Bestandsaufnahme der bestehenden Lieferanten beginnen.

Um Risiken zu erkennen, reicht die Palette der Maßnahmen etwa von Lieferantenbefragungen über Inspektionen vor Ort hin zu Gesprächen mit Stakeholdern wie zum Beispiel Arbeitnehmern, Gewerkschaften oder Anwohnern.

Dazu müssen Unternehmen die
  • vorhandene Compliance-Organisation erweitern, um Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsgesichtspunkte in der Lieferkette.
  • Risikoanalyse für den gesamten Geschäftsbereich des Unternehmens (also auch alle Tochtergesellschaften) sowie alle unmittelbaren Zulieferer durchführen, um das Risiko möglicher Menschenrechtsverletzungen zu bewerten (anhand länder- und branchenspezifischer Gesichtspunkte).

Stellen Sie bei der Risikoanalyse Risiken innerhalb Ihrer Lieferkette fest, müssen Sie Präventionsmaßnahmen treffen, zum Beispiel:

  • Vertragsregelungen mit den Lieferanten ändern, in denen entsprechende Sorgfaltspflichten dem Lieferanten auferlegt werden, Menschenrechte, Arbeitnehmerbelange und Umweltstandards einzuhalten. Hierbei können auch vertragliche Sanktionen wie Kündigungsrechte, Freistellungsansprüche und Schadensersatzansprüche geregelt werden.
  • den Lieferanten verpflichten, diese Compliance-Standards auch in der nachgelagerten Lieferkette einzuhalten.
  • bestehende und künftige Lieferanten regelmäßig überprüfen im Hinblick auf ihre Fähigkeiten, Sorgfaltspflichten einzuhalten.
  • evtl. schon bestehenden Verhaltenskodex (Code of Conduct) für Lieferanten erweitern, in dem Ihr Unternehmen seine Erwartungen an die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten verbindlich regelt.
  • Kontrollrechte einführen und regelmäßige und risikobasierte Kontrollmaßnahmen durchführen.
  • Vom Lieferanten Nachweise über durchgeführte Schulungen einfordern.
Eine Möglichkeit, wie Kontrollmaßnahmen oder Audits in der Lieferkette konkret umgesetzt werden, könnte darin bestehen, von Lieferanten eine Zertifizierung einzufordern (und damit die Audits auszulagern), zum Beispiel nach ISO 37301. Mit der ISO 37301 (Compliance Management Systeme), die im April 2021 in Kraft getreten ist, gibt es eine international zertifizierbare ISO-Norm.
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Bedeutung von Pflichten für
Unternehmen und 
Lieferantenprüfungskriterien

 


Berichtspflichten: Welche
Zertifizierungen und
Belege müssen
Unternehmen nachhalten?



Sanktionen
und
Reputationseffekte

 


Sorgfaltspflichten aus dem Lieferkettengesetz einfach und übersichtlich erfüllen

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